2016 Neuanspach

menu.png

Neu-Anspach, den 19.04.2016



Ein musikalisches Dankeschön




ABSCHLUSS Trauerhalle und Glockenturm bestimmen das Bild auf dem alten Anspacher Friedhof


NEU-ANSPACH - (ugo). Ein langer Weg liegt hinter der „Bürgergruppe Trauerhalle“ in Anspach. An eine eigene Trauerhalle auf dem alten Friedhof in Anspach war lange Zeit nicht zu denken. Der Stadt fehlten die finanziellen Möglichkeiten für einen Neubau; die Trauerfeiern fanden in der Kirche mitten im Ort statt und die Trauergemeinde marschierte dann bei Wind und Wetter zum Friedhof; da half nur Eigeninitiative. Mit Zustimmung des Magistrates wurde eine Bürgerinitiative gegründet, die ab dem Jahr 2009 mit viel Engagement ans Werk ging. Bürger, ortsansässige Unternehmen und Vereine halfen mit verschiedenen Initiativen, spendeten Geld und Material, veranstalteten Benefizkonzerte. Langsam kam man so dem Ziel näher, im November 2011 konnte Richtfest gefeiert werden. Nicht nur außen, auch innen nahm die Trauerhalle Form an, eine Orgel wurde eingebaut, das Christus-Kreuz im Vorderen wird von leuchtenden blauen Scheiben umrahmt und die Fenster erhielten ein kreatives Dekor. Nur eines gefiel gar nicht. Die schöne neue Trauerhalle hatte keinen Glockenturm, das Glockengeläut erschallte bei Trauerfeiern und Beerdigungen von einer CD. Aber das sollte nicht so bleiben, denn erneut wurde die Bürgergruppe aktiv und tatsächlich gelang auch dieses. Die Gelder für den Bau eines separaten Glockenturms neben der Trauerhalle kamen nach und nach zusammen und im Herbst war es geschafft. Ein mit Natursteinen verkleideter Betonsockel und eine Holztrage-Konstruktion mit Dach geben dem Glockenturm sein Aussehen, eine insgesamt sehr ansprechende Konstruktion.


Noch einmal luden Bürgergruppe und Magistrat der Stadt Neu-Anspach am vergangenen Samstag zu einem Konzert mit dem Cantate Kreis Hochtaunus. Kein Benefizkonzert sollte es dieses Mal sein, sondern eine „Danke schön“ –Veranstaltung für all die Menschen, die zum Erfolg des engagierten Projektes „Trauerhalle“ und „Glockenturm“ beigetragen haben. Bei Weitem nicht alle Helfer waren gekommen, die Trauerhalle hätte ruhig noch ein paar Besucher mehr vertragen können. Das Konzert aber war schön. Mit einem Chor, der die Entstehung der Objekte mit seinen Benefiz-Veranstaltungen über die Jahre begleitet hat. Chorleiter Bernward Bruchhäuser hatte mit seinen Sängerinnen und Sängern ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt und brillierte selbst an der Orgel. Mit einem „alten Werk“ der besonderen Weise. Wer Bruchhäuser kennt, weiß, dass er immer für eine Überraschung gut ist. So demonstrierte er dem erstaunten Publikum den Unterschied zwischen „Dur“ und „Moll“ mit dem bekannten Kinderlied „Alle meine Entchen“. Kaum wiederzuerkennen, denn aus der einfachen Tonfolge der Kinderversion entwickelte der Kirchenmusiker ein famoses Orgelspiel und erntete damit großen Applaus. Den 1979 an der Adolf-Reichwein-Schule gegründeten „Lehrerchor“ hatte Bruchhäuser 1980 übernommen; daraus wurde der heutige Cantate Kreis Hochtaunus.


Das gut einstündige Programm beinhaltete zu einem Teil geistliche, zum anderen Teil weltliche Musik. Hier waren klassische Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy oder Johannes Brahms ebenso vertreten „Gott hat mir längst eine Engel gesandt“ aus dem Musical „Daniel“ des neuzeitlichen Komponisten Thomas Gabriel. Viel Anklang fand auch das von dem Neu-Anspacher Karl Kastl gedichtete „Ich lieb mein schönes Neu-Anspach“.


Das Konzert war die letzte Veranstaltung der „Bürgergruppe Trauerhalle“ in dieser Art. Ambiente und die Akustik des Gebäudes bieten andererseits beste Voraussetzungen für weitere „weltliche“ Aufführungen.



Druckversion