2016 Justinuskirche

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Chor aus Irland

Eine große Ehre für Cantus Wirena

25.07.2016    VON     GERRIT MAI

 

Ein Männerchor ist was Tolles. Vor allem, wenn er so gute Stimmen hat wie der St. Peter’s Male Voice Choir aus Drogheda in Irland. Die Männer des Cantus Wirena waren mächtig stolz, dass sie bei deren Konzerten mitsingen durften.


Die Männer von Cantus Wirena sangen zusammen mit den Kollegen aus Irland ihr Willkommenslied, das sie zu jedem Probenabend anstimmen.

 

Wehrheim. 

Eines haben beide Chöre gemeinsam: Sie feiern Jubiläen. Cantus Wirena wird im kommenden Jahr 175 Jahre alt, und der irische „St. Peter’s Male Voice Choir“ wird in diesem Jahr 60. Er war aus diesem Grund auf Chorreise, und Höhepunkte waren zwei Konzerte in der Liebfrauenkirche in Frankfurt und in der Justinuskirche im Rahmen des Höchster Sommers. Bei beiden durften die Männer von Cantus Wirena mitsingen und Guntram Löffler schwärmt: „Das war ein tolles Erlebnis.“

Organisator Gerd Lübke ist beeindruckt von der einzigartigen Stimmgewalt des Chores und das gemeinsame Singen der „Deuxième messe pour les societés chorales“ von Charles Gounod bedeutete für ihn Gänsehautgefühl pur. Der Kirchenchor der St. Peter’s Church in Drogheda, einer Stadt mit rund 30 000 Einwohnern an der irischen Ostküste, nördlich von Dublin, ist in seiner Heimat renommiert und singt jeden Sonntag in der 11-Uhr-Messe. Edward Holly, der die Sänger seit 20 Jahren als musikalischer Direktor leitet, ist ein Meister am Klavier und hatte Auftritte in Irlands größten Musikhallen, in Amerika, England, Italien und Russland. Der Chor selbst ist ebenfalls international und durch Radioauftritte bekannt, hat Preise gewonnen und mit Andrea Bocelli gesungen. Kein Wunder, dass die elf Wehrheimer, welche die 30 irischen Sänger bei ihren Auftritten in Frankfurt unterstützten, riesig stolz darauf sind.

Und wie kam der Kontakt zustande? Ganz einfach: Florence, die Ehefrau von Gerd Lübke, lebt zwar seit 1972 in Deutschland, aber sie wurde in Drogheda geboren. Im vergangenen Jahr hatte das Ehepaar einigen Sangeskollegen und ihren Partnern die Heimat gezeigt, und dabei hatten sie ein überwältigendes Konzert der Sänger von St. Peter’s gehört. Wie das bei Menschen mit gleichen Interessen so ist, tauschten sich die Sangeskollegen damals nach dem Konzert aus, und es wurde die Idee geboren, bei der nächsten Konzertreise in Wehrheim Station zu machen. Gerd Lübke erhielt Anfang des Jahres einen Anruf, Chorleiter Holly lud die Kollegen gleich auch zum Mitsingen in Frankfurt ein, und er schickte eine MP-3-Aufnahme zum Proben.

Auch wenn der irische Chor „Die Latte sehr hoch gelegt“ hatte, am Ende hat alles geklappt, und Lübke war tags drauf noch überwältigend vom Konzert-Erlebnis. Denn neben dem exzellenten Chorgesang hatten die Gäste einen weiteren Höhepunkt mitgebracht. An der Orgel saß der Ehrenorganist der Kathedrale Dublin, Professor Dr. Gerard Gillen, der bekannteste seiner Sparte in Irland. Die beiden Gotteshäuser in Frankfurt waren bei den Konzerten brechend voll und die Stimmung so gut, dass das Konzert in Höchst im Hof des Gasthauses Zum Bären weiter ging. Im Garten von Cantus-Mitglied Rolf Reichelt gab es einen emotionalen Abschiedsabend mit Gesprächen und Liedern aus beiden Ländern. Der Abend endete mit „Einigkeit und Recht und Freiheit“ und „The Soldiers Song (Amhrán na bhFiann)“ der irischen Nationalhymne am Lagerfeuer. „Wir wollen uns bald wieder sehen“, resümiert Gerd Lübke. Beim Konzert am Sonntag, 27. November, werden die Cantus-Männer die Messe von Charles Gounod – ohne die irischen Freunde – singen. Wer mitsingen will, kann donnerstags um 19 Uhr in die Mensa der Limesschule kommen.



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